Die Geschichte der DJK

Vereinsgeschichte
Vereinsgeschichte 1907-1997
von Karl-Heinz Lansche

Vorwort
Jedes Volk, jedes Land, jeder Mensch hat seine Geschichte; auch jeder Verein hat seine Geschichte. Die Geschichte der DJK Hockenheim, ihre Gründerzeit waren uns bisher nur aus mündlicher Überlieferung bekannt. Das heute schmerzlich empfundene Fehlen von Gründungsunterlagen, Mitgliederlisten, der Vereinsfahne o.Ä. ist jedoch nicht auf die Oberflächlichkeit unserer Vorgänger, sondern ausschließlich auf die angeordnete Vernichtung aller Unterlagen durch den Polizeipräsidenten in Mannheim am 17. September 1936 zurückzuführen: "Die Fahne mit Goldfranzen, das Diplom, ein Stempel und 42 Fußballausweise sind zu vernichten. Die Eröffnung und Durchführung ist anzuzeigen."

Nach meinem Ausscheiden aus dem Vorstandsamt wollte ich den Versuch unternehmen, durch intensives Nachforschen vielleicht doch noch einige Dokumente oder Nachweise zum bisher angenommenen Gründungsjahr 1922 zu finden. Das jetzige Wissen beruht im wesentlichen auf Unterlagen im Archiv des Kath. Pfarramtes, des Stadtarchives und insbesondere auf Erkenntnissen aus Bildern, die uns von unseren Mitgliedern und den Familien gestorbener Mitglieder zur Verfügung gestellt wurden. Hierbei zeigte sich, daß die Geschichte der DJK Hockenheim in Teilen neu geschrieben werden muß.

Gründung der DJK Hockenheim
Nachdem die allgemeine Sportbewegung seit Beginn des 19. Jahrhunderts eine immer stärkere Entwicklung nahm,entstand besonders nach Gründung des kath. Gesellenvereins 1849 durch Adolf Kolping der Wunsch, auch die katholischen Jugendlichen organisatorisch zu erfassen. Die Anfänge einer Sportbewegung innerhalb der kath. Kirche lassen sich bis in diese Zeit zurückverfolgen, es gab verstärkt in Bayern, in Österreich und in der Schweiz katholische Gesellenvereine, die Abteilungen für Turnen und Schießen besaßen. Das Aufbrechen der Turn-, Sport- und Wanderbewegung war eine deutliche Akzentuierung der Leibeskomponente. Ganz sicher hat in der Theologie der damaligen Zeit der Leib oft nicht den Stellenwert erhalten, der ihm aufgrund der Schöpfungs- und Erlösungsordnung zukommt. Allzusehr haben Kirche, Theologie und Pastoral auf die Seele gestarrt. Rette deine Seele war die leitende Devise. Nur durch die Pflege der Seele konnte das Jenseits erreicht werden. Was sollten darin der Sport, die Leibespflege oder die Leibeskultur? Es war ein grundlegendes Umdenken der Theologie notwendig. Prälat Carl Mosterts, der spätere Gründer des DJK-Reichsverbandes, hat einen wesentlichen Teil dazu beigetragen: Zielgedanke ist der geistig und körperlich harmonisch gestaltete Mensch; darum ist nach christlicher Lebensauffassung die Leibespflege Glied der Jugendpflege, nicht neben ihr, sondern in ihr, bewußt mit dem letzten Ziel der Seelenpflege, auch durch Leibesübungen. Darum ist auch ihre Organisation in die Organisation der Jugend eingegliedert.

Um die Jahrhundertwende verstärkte sich die sportliche Bewegung innerhalb der kath. Organisationen. In einer früheren Quelle ist zu lesen: Die Jugend bekam das Fußballfieber und wollte man sie nicht in Fußballvereine abwandern lassen, mußte man ihrem Wollen Rechnung tragen und Fußballabteilungen dulden. Unter diesem äußeren Druck, aber auch gefördert durch die Aufgeschlossenheit und sportfreundliche Haltung Papst Pius X., entstanden nach der Gründung des Verbandes der katholischen Jugendvereinigungen Deutschlands ab dem Jahre 1907 die meisten kath. Turn- und Spielabteilungen.

Auch in Hockenheim machte sich diese Bewegung immer stärker bemerkbar. Glücklicherweise war seit 1901 Johann Keller als Stadtpfarrer hier tätig. Er hat nicht nur die neue St. Georgskirche errichtet. Er war mit seiner weitsichtigen Art auch den Anliegen der Jugend gegenüber sehr aufgeschlossen. Schon am 22. Januar 1907 gründete er den kath. Jugendverein Hockenheim, in den eine schon bestehende Turngruppe eingegliedert wurde. Die Gründungsunterlagen wurden wohl auch im Dritten Reich vernichtet; es gibt jedoch zeitnahe Aufzeichnungen von Zeitzeugen, die dieses Datum erwähnen. Außerdem besitzen wir ein Originalmitgliedsbuch unseres früheren Ehrenmitgliedes Karl-Georg Frank mit dem Datum 22.01.1907 und der Unterschrift von Pfarrer Johann Keller. Dank der zielbewußten Arbeit dieses Pfarrers, aber auch der Mitarbeit der Vereinsvorstände, z.B. unseres späteren Ehrenmitgliedes Peter Träutlein, der von 1906 bis 1909 den Sportbetrieb geleitet hat und von 1908 bis 1919 auch 1. Vorsitzender des kath. Jugendvereines war, nahm die Sportabteilung einen stürmischen Aufstieg. Im Jahre 1912 wurde zum 5-jährigen Stiftungsfest die Fahne des kath. Jugendvereines geweiht. Aus Fotos wissen wir, daß auf der einen Seite der Fahne die neue St. Georgskirche abgebildet war; nach jetzt gefundenen Aufzeichnungen war auf der anderen Seite der hl. Laurentius mit dem Rost in der Hand dargestellt; der hl. Laurentius war der Schutzpatron des kath. Jugendvereines seit seiner Gründung. Diese Fahne hat die Sportler und Turner bei allen wichtigen Veranstaltungen bis zum Verbot im Jahre 1935 begleitet.

Die stetige Aufwärtsentwicklung wurde jäh durch den Beginn des Weltkrieges 1914 unterbrochen. Nach 1918 konnte jedoch bald wieder an die frühere Entwicklung angeschlossen werden und schon am 6. Juli 1919 fand in Hockenheim das Bezirks- und Leichtathletikfest des Bezirks Neckar-Pfalz statt. Es war auch wegen der großen Zahl der Teilnehmer einer der Höhepunkte seit der Gründung 1907. In diesen Jahren hat auch schon eine Fußballmannschaft bestanden. Ein genaues Datum konnte jedoch bisher noch nicht festgestellt werden.





DJK von 1920 bis zum Verbot
Wie in Hockenheim bestanden auch in ca. 5.000 anderen kath. Jugendvereinen in Deutschland Turn- und Fußballabteilungen. So wurde der Ruf laut nach einer neu zu gründenden Organisation, die im Sinne der Einheit der katholischen Jugendbewegung alle bestehenden Sportgruppen einschließlich der entsprechenden Abteilungen der Katholischen Standesvereine (Gesellen-, Arbeiter- und Kaufmännische Vereine) zusammenschließt. Diese Bestrebungen endeten in der Gründung des Reichsverbandes Deutsche Jugendkraft beim Katholikentag im September 1920 in Würzburg.

Hier ist es wohl angebracht zu erklären, woher der Name DJK-Deutsche Jugendkraft kommt. Der Name kommt aus dem alten Testament, aus dem Buch der Sprüchwörter. Dort heißt es in Spruch 20, 29: Der Ruhm der Jungen ist ihre Kraft, die Zier der Alten ihr graues Haar. Mag dieser Name auch etwas altmodisch anmuten; ich denke, er steht für ein Programm und für eine gute Tradition.

Im Jahre 1921 wurde unser unvergessener Ehren-Vorsitzender Josef Gärtner 1. Vorsitzender des kath. Jugendvereines. Er war es, der das Gedankengut der DJK den Jugendlichen näherbrachte; so gab sich die Turn- und Sportabteilung des kath. Jugendvereines Hockenheim den Namen DJK . Eine formelle Gründung eines DJK-Vereines hat nicht stattgefunden. Die DJK blieb Abteilung des Jugendvereines - im sportlichen Betrieb im Kreis Baden, Gau Pfalz, Bezirk Bruhrain eingegliedert -bis zum Verbot im Jahre 1935.

Hier noch ein Wort zu Pfarrer Johann Keller: Seine Weitsicht ist nicht hoch genug einzuschätzen, da er doch schon im Jahre 1907 - also 13 Jahre vor Gründung der DJK - eine Sportabteilung ins Leben gerufen und somit den Grundstein für einen Verein gelegt hat, der heute nach 90 Jahren immer noch aktiv und erfolgreich tätig ist.

Josef Gärtner war von 1921 bis zum Verbot im Jahre 1935 mit wenigen kurzzeitigen Unterbrechungen, in denen Franz Eustachi und Adolf Haas den Vorsitz innehatten, 1. Vorsitzender der "DJK". Er führte den Verein in eine große Blütezeit. Seine Erfolge ließen Dekan Englert anläßlich des 25-jährigen Stiftungsfestes im katholischen Kirchenblatt der Stadtpfarrei am 24.07.1932 schreiben: "Beim öffentlichen Auftreten marschiert an unserer Spitze unser Trommler- und Pfeiferkorps - wohl 1928 gegründet und geleitet von Franz Eustachi und Paul Schöpfer -, das durch jüngere Kräfte ergänzt wurde und sich nirgends zu schämen braucht. Am meisten von unseren Abteilungen ist aber wohl die Deutsche Jugendkraft hervorgetreten. Hockenheim ist die stärkste Abteilung in der ganzen Umgebung und das ist auch unser Stolz. Unsere ersten Sportler waren lange Zeit unsere Turner. Heute turnen wir in einer Männer-, Jugend- und aktiven Riege und einer älteren und jüngeren Schülerriege. Der Stolz eines jeden DJK-lers aber ist die nun in ganzer Farbenpracht dastehende Turnhalle. Wir können nie genug danken denen, die unter mancherlei Sorgen und Mühen uns diese ideale Halle geschenkt haben. Neben den Turnern stehen heute ebenbürtig unsere Fußballer in einer 1. und 2. Mannschaft, einer 1. und 2. Jugendmannschaft und je einer Schüler-Fuß- und -Handballmannschaft. Auch sie haben schon manchen Siegeslorbeer sich errungen. Bis nun noch der neue Sportplatz an der Rennstrecke im freiwilligen Arbeitsdienst fertiggestellt ist, werden auch sie und unsere Leichtathleten ihre geheimen Wünsche erfüllt sehen."

Und an anderer Stelle schreibt Dekan Englert: "Beim 2. Reichstreffen der Deutschen Jugenkraft vom 5.-8. August 1927 errang sich die Vereinsriege unter schwerer Konkurrenz im Vereinsriegenturnen den 9. Preis. Heute nimmt unser Verein im Bezirk Bruhrain und im Gau Mannheim eine sehr geachtete Stellung ein. Unsere Turner in allen Riegen, unsere Fußballer mit allen Mannschaften berechtigen zu besten Hoffnungen, wenn nur alles einig ist und treu. Unsere Losung für die Zukunft muß sein: Wir wollen bauen am neuen Deutschland; Deutschland aber muß Christus gehören. Treu Heil." Wohl gemerkt, diese mutigen Sätze schrieb Dekan Englert im Jahre 1932.

Im Mai 1933 wurde der neue Sportplatz vor dem Friedhof (auf diesem Gelände sollte vor einigen Jahren die neue Stadthalle entstehen) eingeweiht. Der alte Sportplatz an der Schützenstraße wurde sofort wieder in Ackerland umgewandelt. Dieses Stadion entstand unter Leitung von Kaplan Karl Weickardt im freiwilligen Arbeitsdienst. Es trug seit Einweihung den Namen des Gründers des DJK- Reichsverbandes "Carl-Mosterts-Stadion".

Dieses Stadion hatte einen dreistufigen befestigten Erdwall, dazu eine Umkleide- und Gerätehütte; die Farben waren grün-weiß. Das Stadion entstand in 20 Arbeitswochen, durch 15 Arbeitsdienstwillige aus Wiesen und Äckern. Im Hinblick "auf den Ernst unserer Tage" wurde vor jeder größeren Festlichkeit abgesehen. Dekan Englert schreibt am 7. Mai 1933: "Samstag Gedenkfeier für unsere im Kampf um das Vaterland gefallenen Mitglieder, bei der sich auch in sehr dankenswerter Weise der Vereinigte Männergesangverein Sängerbund-Liederkranz zur Mitwirkung zur Verfügung gestellt hat. Sonntag 1/2 9 Uhr Antreten zum Kirchgang bei der Kinderschule; 9 Uhr Festgottesdienst. 1 Uhr kurze Andacht in der Kirche und gemeinsamer Gang zum Carl-Mosterts-Stadion aller katholischen Vereine. Es folgen nun in bunter Folge ernste und heitere Spiele und Reigen auf dem Platz. DJK Karlsruhe Daxlanden, der letztjährige badische Kreismeister wird sich im Fußballspiel mit unseren Mannschaften messen. Sicher ein interessantes Spiel.





Bald wurde diese blühende Organisation jäh zerschlagen. Da die DJK, die auf dem Boden der Kirche stand und steht, sich um den "ganzen Menschen" bemühte, mußte es zum Konflikt mit dem 3. Reich kommen, das sich ebenfalls um den "ganzen Menschen" bemühte, wie es Freisler vor dem Volksgerichtshof einmal sagte. Prälat Wolter, geistlicher Leiter der DJK, wandte sich 1934 in einem Schreiben an die Verantwortlichen im Lande: "Ich danke allen, die in dieser Zeit, die viel Schweres gebracht und viele Opfer gefordert hat, mit so großer Hingabe und Treue ihre Pflicht getan haben, sei es an führender Stelle, sei es in der kleinsten Abteilung. Einem kann ich nicht mehr danken, unserem so jäh uns entrissenen Reichsführer Adalbert Probst. Er hat mir am Abend des 1. Juli zum letzten Mal die Hand gedrückt und gesagt: Ich bleibe treu bis zuletzt."

Wenige Tage später wurde Adalbert Probst von den Nazis ermordet.

"Ihr erwartet mit Recht von mir in dieser Stunde ein Wort über die Lage und eine Parole des Handels, um so mehr, als gerade jetzt die neue Spielsaison beginnt und damit von vielen Entscheidung gefordert wird. Es bestehen in weiten deutschen Gauen Schwierigkeiten über Schwierigkeiten; zum Teil ist gänzliches Betätigungsverbot ausgesprochen, die Sportplätze stehen leer und unsere Sportler warten, warten seit Monaten, ohne spielen zu können. Zum Teil ist sogarvöllige Auflösung gefordert worden und es soll nur den einzelnen Mitgliedern gestattet sein, bei einem anderen Sportverein um Aufnahme nachzusuchen. Also nicht nur die äußere, auch innere Selbstaufgabe ist mit stärker werdendem Druck gefordert worden. Demgegenüber ist unsere Parole: Wir geben uns nicht auf."

Der äußere Druck wurde zu stark. Am 23.07.1935 wird durch den badischen Innenminister die Auflösung und das
Verbot der DJK in Baden unter gleichzeitiger Beschlagnahme des Vermögens angeordnet. Wenige Tage danach wurde die DJK im ganzen Reichsgebiet verboten.



Bei den wenigen Unterlagen, die im Stadtarchiv vorhanden sind, befindet sich der Vorgang über die Beschlagnahme aller Geräte der DJK und den Zwangsverkauf an die Stadt Hockenheim zum Preis von RM 473,40.

Während des Dritten Reiches können in Hockenheim keine sportlich organisierten DJK-Aktivitäten festgestellt werden. Einige Sportler sind wohl zu benachbarten Vereinen abgewandert.

Wiedergründung der DJK Hockenheim (von 1945 bis 1997)
Gleich nach dem 2. Weltkrieg entstand schon Ende 1945, Anfang 1946 wieder eine Gruppe, die mit dem Turnen anfing. Sie benutzte die Turnhalle bei der Festhalle, das heutige Restaurant.

Wegen erheblicher Schwierigkeiten sowohl mit den Besatzungsmächten als auch mit dem Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg kam es nicht zu einer Neubildung der DJK in Hockenheim. Zwar wurde am 3. August 1947 in Düsseldorf die "Arbeitsgemeinschaft Deutsche Jugendkraft" auf Bundesebene gegründet (1. Vorsitzender war Prälat Ludwig Wolker, der sich entschieden für den Anschluß der DJK an den Deutschen Sportbund einsetzte), aber in Baden führten die Planungen und Hoffnungen nicht zu einem konkreten Ergebnis. Die Besatzungsmächte hatten politische Bedenken. Wohl noch aus der Angst, der Sport könne "militärischen Tarnungszwecken" dienen, verboten sie noch 1950 die Gründung des Deutschen Turnerbundes.



Auch im Ordinariat war nicht klar, wie es weitergehen sollte. Am 03.12.1945 wurde auf Weisung des Herrn Erzbischofs folgender Beschluß mitgeteilt: Es sollen zunächst keine Vereine gegründet werden. "Die Jugendseelsorge ist ohne vereinsmäßige Bindung auf der Grundlage der Pfarrei aufzubauen, wobei versucht werden soll, möglichst alle Jugendlichen zu erfassen. Über die Arbeit im Einzelnen werden demnächst vom Jugendseelsorgeamt Anregungen gegeben werden."

Noch am 22.08.1951 schrieb Diözesanjugendseelsorger A. Beer u.a.: "Im Jahre 1946 haben wir in einem Abkommen mit dem Fußballverband in Nordbaden tatsächlich auf eigene DJK-Gruppen verzichtet. Die damaligen Verhältnisse haben es so mitsichgebracht. Die Anzeichen zu einer DJK-Bewegung gerade in Eurer Gegend sind wieder eingeschlafen. Die französische Militärregierung hat nur einen Sportbund geduldet und auch die Amerikaner haben damals erklärt,daß die Gründung anderer Sportverbände nicht erwünscht sei."

Natürlich gab es nach Kriegsende auch in Hockenheim Bestrebungen, die alte Fußballabteilung wieder erstehen zu lassen. Da dies nicht möglich war, jedoch wieder Verbandsspiele absolviert werden sollten, kam es zur Gründung des VfL Hockenheim, dessen Gründungsmitglieder zu einem wesentlichen Teil ehemalige DJK-ler waren. Der VfL benutzte auch das ehemalige Carl-Mosterts-Stadion, bis ihm mit dem HSV und 08 Hockenheim an der Waldstraße ein eigenes Sportgelände zugewiesen wurde. Am 28. November 1952 wurde der "Sportverein VfL Hockenheim" vom Bundesverband in Düsseldorf angeschrieben: "Auf Veranlassung des Herrn Heinrich Mitsch (Plankstadt, Friedrichstr.) überreichen wir anhängend alle Unterlagen, die zur Gründung bzw. Anmeldung eines DJK-Sportvereines erforderlich sind mit der Bitte, dieselben einer Durchsicht zu unterziehen und gegebenenfalls ausgefertigt nach hier zurück zu senden. ....Die Satzungsentwürfe müssen von den Vorstandsmitgliedern und dem Geistlichen Beirat handschriftlich unterfertigt sein. ..." Da der VfL jedoch nicht in den DJK-Verband eintreten wollte und in den Jahren ab 1950 wieder verstärkt DJK-Gruppen entstanden, wurde im Jahre 1954 durch alte DJK-ler die DJK Hockenheim wiedergegründet. 1. Vorsitzender wurde sofort wieder Josef Gärtner, dieses Amt hatte er bis 1961 inne. Daß dieser Entschluß zur Wiedergründung richtig war,zeigt die erfolgreiche Entwicklung der nächsten Jahre; die Turn- und die Leichtathletikabteilung, die schon einige Jahre vorher aktiv waren, konnten gute Erfolge erzielen. Die DJK Hockenheim war jedoch keine Gruppe des Kath. Jungmännervereins mehr, sondern ein selbständiger Verein, der wie alle DJK-Vereine sich dem allgemeinen Sport anschloß.
Im Februar 1961 konnte ich den Vorsitz von meinem hochverdienten Vorgänger Josef Gärtner übernehmen. Ich durfte dieses Amt 35 Jahre führen. Es war mir geschenkt, in einer glücklichen Zeit tätig zu sein. Vier neue Abteilungen konnten gegründet werden: Volleyball, Tennis, Badminton und Behindertensport Kegeln . Eine Fußballabteilung haben wir im Hinblick auf die zwei Hockenheimer Fußballvereine 08 und VfL nicht mehr ins Leben gerufen.

Nun gerade auch der stürmischen Entwicklung des Breiten- und Freizeitsports gerecht zu werden, haben wir nach der von der Stadt gewünschten Verlegung unseres Sportgeländes in den Birkengrund die Anlage nach und nach mit einer Turnhalle, einer neuen Leichtathletikanlage mit einer modernen Kunststoffbahn, zwei Tennisplätzen und einem schmucken Vereinsheim komplettiert. Der Verein hat sich auf jetzt ca. 970 Mitglieder vergrößert.

 

Vereinsgeschichte
Vereinsgeschichte 1997-2007
von Ludwig Hurst

 

Die DJK Hockenheim von 1997 bis 2007
Im Jahre 1997 durfte Michael Hartmann gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit neuer Mannschaft das 90-jährige Vereinsjubiläum feiern. Ein Jahr später fanden die "Renegades" aus Reilingen kommend bei der DJK eine neue Heimat, die Abteilung American Football wurde gegründet. Eine andere Abteilung konnte unterdessen auf ihr 25 Jähriges Bestehen zurückblicken: die Volleyballer zählen seit 1974 zu den tragenden Säulen des Vereins.
Im Juli 2000 legte Michael Hartmann sein Amt als Vorsitzender nieder und die beiden Stellvertreter Ludwig Hurst und Peter Böhm führten die Vereinsgeschäfte vorerst komissarisch weiter. Bei der Mitgliederversammlung im März 2003 wurde dann eine neue Vereinsführung gewählt, mit Ludwig Hurst und Peter Böhm stehen erstmals zwei gleichberechtigte erste Vorsitzende an der Spitze des Vereins.
Nach dem Aufstieg in die Regionalliga wurden die Anforderungen des Spielbetriebs der American Football Mannschaft eine "Nummer zu groß" für die DJK. In gemeinsamen Gesprächen mit der Footballabteilungsleitung und der Vereinsführung folgte in beiderseitigem Einverständnis die Auflösung der Footballabteilung. Die Spieler gehen mittlerweile als Rhein-Neckar-Bandits bei der MTG Mannheim auf Punktejagd.
Auf vielfachen Wunsch hin wurde 2005 nach langer Zeit wieder ein gemeinsamer Vereinsausflug angeboten, der aufgrund der überaus positiven Resonanz auch in den nächsten Jahren seinen festen Platz im Terminkalender der Vereinsveranstaltungen finden wird.
Die Jahre nach der Jahrtausendwende standen aber auch im Zeichen der Sanierung und Erneuerung. Der Zahn der Zeit hatte vor den Vereinsanlagen nicht Halt gemacht und so waren Instandsetzungsarbeiten unabdingbar geworden, die größtenteils in Eigenregie in Angriff genommen wurden. Mit der Installation von modernen Sonnenkollektoren zur Wärmegewinnung auf dem Hallendach bewiesen die Vereinsverantwortlichen ökologischen Weitblick und lassen die DJK ihren Teil zur Energieeinsparung beitragen. Abgeschlossen wurden die Arbeiten durch einen neue Außenanstrich, der die Halle nun in neuem Glanz erstrahlen lässt.
Den Willen und die Kraft zur Erneuerung bewiesen die DJK Volleyballer mit dem Bau eines Beachvolleyballfeldes auf dem 2. Tennisplatz im Jahr 2006. Die Umwandlung erwies sich als Glücksgriff, ist doch dort in kürzester Zeit ein lebendiger Treffpunkt des Sports und der Geselligkeit entstanden. Im gleichen Jahr trafen sich erstmals die Mitglieder aller Abteilungen zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier unter der Regie der Jugendabteilung in der Stadthalle Hockenheim.
Das Jahr 2007 beschert uns nun das 100-jährige Vereinsjubiläum, das zahlreiche Veranstaltungen wie die Ehrungsmatinee im März mit sich brachte und noch bringen wird. Neben dem Festakt in der Stadthalle am  6. Mai bildet sicherlich das Wochenende vom 28. Juni - 01. Juli das Highlight im Jubiläumsjahr. Über 450 t Sand werden den Hockenheimer Marktplatz für vier Tage in eine Beachvolleyballarena verwandeln. Nach einem Schülerturnier und einem Firmencup werden die besten Beachvolleyballer Baden-Württembergs bei der DJK Hockenheim zu Gast sein.

alle 1.Vorsitzenden

Johann Stefan Keller
Jugendverein 1907 -1908
Peter Treutlein
Jugendverein 1908 - 1919
Ludwig Jocher Jugendverein 1919 - 1921

Fridolin Keller
Jugendverein
1921 - 1922

Josef Gärtner
Jugendverein / DJK

1922 - 1928

Franz Eustachi
DJK
1928 - 1933

Adolf Haas

DJK

1933 - 1934

Josef Gärtner

DJK

1934 - 1935
     Verbot

Josef Gärtner

DJK

1954 - 1961

Karl-Heinz Lansche
DJK
1961 - 1996

Michael Hartmann
DJK
1996 - 2001

Peter Böhm &
Ludwig Hurst
DJK
2002 - 2008

Ludwig Hurst
DJK 2008 - 2010
Siegfried Kahl
DJK 2010 - 2013
Ludwig Hurst
DJK seit 2013